Die 3 beliebtesten Studienfelder von FFE-Studierenden und warum sie so wichtig sind


 16 Jun 2026 . 7 minuten lesen

 

Viele der Studierenden, die vom Fund for Education (FFE) auf ihrem Weg zur Hochschulbildung unterstützt werden, wählen ein Studium nicht nur für den persönlichen Erfolg. Sie entscheiden sich mit einem größeren Ziel vor Augen: ihr Wissen einzusetzen, um ihren Gemeinschaften zu dienen und dort nachhaltige Veränderung zu bewirken, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Immer wieder zeigen Studierende, dass Hochschulbildung weit mehr ist als nur ein Abschluss. Sie bedeutet, konkrete lokale Herausforderungen zu lösen, anderen neue Türen zu öffnen und stärkere Zukunftsperspektiven aufzubauen. Auch wenn jede Geschichte einzigartig ist, tauchen drei Studienfelder besonders häufig auf: Gesundheitswissenschaften, Landwirtschaft und Informationstechnologie. 

Diese Entscheidungen sind kein Zufall. Sie spiegeln die dringenden Herausforderungen wider, die die Studierenden schon in ihrer Kindheit und Jugend erlebt haben: Krankheiten, Ernährungsunsicherheit und fehlender digitaler Zugang. Gleichzeitig zeigen sie ihren festen Willen, Teil der Lösung zu sein.

Warum sich FFE-Studierende für Studiengänge mit gesellschaftlicher Wirkung entscheiden

Viele von FFE unterstützte Studierende kommen aus Regionen, in denen es viel Talent gibt, aber nur begrenzte Chancen. Sie wachsen mit Problemen auf, die sich über Generationen hinweg wiederholen: vermeidbare Krankheiten, unsichere Ernten, Arbeitslosigkeit und eingeschränkter Zugang zu Wissen.

Für sie wird Hochschulbildung zu mehr als einem persönlichen Traum. Sie wird zu einem praktischen Werkzeug für die Entwicklung ihrer Gemeinschaften. Die Studienfelder, die sie wählen, sind oft diejenigen mit dem größten Potenzial für Wirkung, also Bereiche, in denen ein gut ausgebildeter junger Mensch das Leben vieler Menschen verbessern kann.

Hier sind die drei beliebtesten Studienfelder von FFE-Studierenden und die Gründe hinter diesen Entscheidungen.

1. Gesundheitswissenschaften: Leben schützen und Gemeinschaften stärken

Eines der häufigsten Studienfelder unter FFE-Studierenden sind die Gesundheitswissenschaften, weil viele junge Menschen aus eigener Erfahrung wissen, wie stark Gesundheit den Alltag prägt. Wenn Krankheiten unbehandelt bleiben, verpassen Kinder oft den Unterricht, Eltern verlieren Einkommen, und ganze Gemeinschaften haben es schwerer, voranzukommen.

Deshalb wählen Studierende wie Irine aus Mwanza in Tansania diesen Weg.

Irine wuchs in einem Viertel am See auf, in dem Malaria und vermeidbare wasserbedingte Krankheiten, besonders während der Regenzeit, eine ständige Herausforderung für die Menschen waren. Schon als Jugendliche sah sie, wie Mütter lange Wege zurücklegen mussten, um medizinische Hilfe für Kinder mit Fieber, Dehydrierung oder Infektionen zu finden, Krankheiten, die mit früherer Unterstützung und besserer Aufklärung oft hätten verhindert werden können.

Irine aus Tansania misst den Blutdruck eines kleinen Jungen

Sie wollte nicht länger nur zusehen. Mit Unterstützung für ihr Studium entschied sich Irine für Public Health und legte ihren Schwerpunkt auf Krankheitsprävention, Hygieneaufklärung und gemeindenahe Gesundheitsarbeit. 

Nach ihrem Studium kehrte sie in ihre Region zurück und arbeitete mit lokalen Freiwilligen zusammen, um Gesundheitsaufklärung für Familien zu organisieren, insbesondere für Mütter und Jugendliche. Außerdem half sie dabei, benachteiligte Haushalte mit lokalen Gesundheitsstationen zu vernetzen, und unterstützte Kampagnen zu sauberem Wasser und Mückenprävention. Für Irine war diese Entscheidung zutiefst persönlich. Sie hatte selbst erlebt, wie sehr mangelnde Gesundheitsversorgung eine ganze Gemeinschaft zurückhalten kann. 

„Wenn Menschen gesund sind, können Kinder lernen, Eltern arbeiten, und Hoffnung wird wieder greifbar.“ 

Joseph aus Kenia steht auf ihrem Ackerland und hält einen Latus

2. Landwirtschaft: Ernährungssicherheit und lokale Widerstandskraft stärken

Ein weiteres zentrales Studienfeld unter FFE-Studierenden ist die Landwirtschaft, insbesondere nachhaltige Landwirtschaft und Agrarwissenschaften. In vielen Gemeinschaften bildet Landwirtschaft die Grundlage des täglichen Lebens. Doch Klimadruck, Bodendegradation, unzuverlässige Niederschläge und begrenzter Zugang zu Wissen und Weiterbildung machen es Familien oft schwer, sich auf ihr Land zu verlassen. Studierende, die in solchen Umfeldern aufgewachsen sind, verstehen oft besser als andere, dass Landwirtschaft nicht nur mit Ernten zu tun hat. Es geht um Einkommen, Ernährung, Würde und Stabilität.

So war es auch bei Joseph aus Eldoret in Kenia.

Joseph wuchs in einer Bauernfamilie auf und erlebte die Enttäuschung schlechter Erntezeiten aus nächster Nähe. In manchen Jahren fielen Ernten wegen langer Trockenperioden aus. In anderen Jahren pflanzten Familien wie gewohnt, doch veränderte Wetterbedingungen machten traditionelle Methoden immer unzuverlässiger. Er sah hart arbeitende Landwirtinnen und Landwirte, die alles gaben und trotzdem Mühe hatten, ihre Familien zu ernähren oder genug Einkommen auf dem Markt zu erzielen. 

Anstatt diese Realität hinter sich zu lassen, entschied sich Joseph für ein Studium der nachhaltigen Landwirtschaft. Er wollte verstehen, wie Landwirtschaft produktiver, klimaresistenter und gleichzeitig hilfreicher für lokale Familien werden kann.

„Ernährungssicherheit beginnt dort, wo Menschen daran glauben, dass Verbesserung möglich ist, und wo sie das richtige Wissen haben, um zu handeln.“ 

Nach seinem Abschluss begann er, mit Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in umliegenden Gemeinden zusammenzuarbeiten. Er vermittelte praktische Ansätze wie Bodenschutz, vielfältigere Anbaumethoden, Kompostierung und wassersparende Verfahren. Gleichzeitig förderte er den Austausch unter den Landwirtinnen und Landwirten, damit sie voneinander lernen konnten, statt isoliert zu arbeiten. Was Joseph antrieb, war nicht nur der Wunsch nach besseren Erträgen. Es war auch der Wunsch, neues Vertrauen und neue Zuversicht zu schaffen.

3. Informationstechnologie: Chancen erweitern

Das dritte große Studienfeld, das FFE-Studierende häufig wählen, ist die Informationstechnologie. Im Globalen Süden werden digitale Kompetenzen immer wichtiger, für Bildung, Beschäftigungsfähigkeit, Unternehmertum und den Zugang zu Informationen. Dennoch wirkt Technologie in vielen Gemeinschaften noch immer weit entfernt, teuer oder schwer erreichbar. Studierende, die diese digitale Lücke selbst erlebt haben, entscheiden sich oft bewusst für IT, weil sie wissen, dass digitale Teilhabe Zukunftschancen grundlegend verändern kann. 

Ein Beispiel dafür ist Somona aus Kumasi in Ghana.

Somona wuchs in einem Viertel auf, in dem viele junge Menschen talentiert und engagiert waren, der Zugang zu Computern, stabilem Internet und digitaler Weiterbildung jedoch begrenzt blieb. Es wurde deutlich, dass selbst begabte Schülerinnen und Schüler zurückfielen, nicht wegen fehlender Fähigkeiten, sondern weil ihnen die Werkzeuge fehlten, um zu üben oder sich mit größeren Chancen zu verbinden. 

Somona aus Ghana unterrichtet Schüler rund um einen Tisch mit einem Laptop in technologischer Grundbildung

Deshalb entschied sich Somona für ein Studium der Informationstechnologie, mit einem besonderen Interesse an technischen Fähigkeiten und digitaler Grundbildung sowie daran, wie Gemeinschaften Technologie sicher und sinnvoll nutzen können.

Nach dem Abschluss begann Somona, junge Menschen in der eigenen Umgebung mit niedrigschwelligen digitalen Lernangeboten zu unterstützen. Dabei ging es um grundlegende Computernutzung, Online-Recherche und Internetsicherheit, vermittelt auf eine Weise, die zugänglich wirkte. Für viele Teilnehmende war es der erste echte Schritt in die digitale Welt. 

„Ein Computer sollte sich nicht wie ein Luxus anfühlen, wenn er eine Brücke zu Bildung, Arbeit und Selbstvertrauen sein kann.“ 

Was diese Studienentscheidungen über Bildung aussagen

Die drei Studienfelder, die von FFE-Studierenden am häufigsten gewählt werden, Gesundheitswissenschaften, Landwirtschaft und Informationstechnologie, zeigen etwas sehr Bedeutungsvolles darüber, wie sie Bildung verstehen. Diese Entscheidungen entstehen nicht zufällig. Sie sind tief in den Lebensrealitäten der Studierenden verwurzelt und in den Herausforderungen, denen sie durch ihre spätere Arbeit begegnen möchten.

FFE-Studierende verlassen ihre Länder nicht, um im Ausland zu studieren. Sie absolvieren ihre Hochschulbildung in ihren eigenen Regionen, nah an den Gemeinschaften, die sie geprägt haben, und nah an den Herausforderungen, die sie aus eigener Erfahrung kennen. Sie studieren mit einem starken Sinn für Verantwortung und Ziel.

Für sie ist Bildung nicht nur eine persönliche Chance. Sie ist ein Weg, etwas zurückzugeben. Ein Weg, Wissen weiterzugeben, auf reale Herausforderungen zu antworten, jüngere Generationen zu inspirieren und neue Möglichkeiten für sich selbst und andere zu schaffen.

Warum die Förderung von Hochschulbildung nachhaltige Veränderung schafft 

Bei FFE ist dies der tiefere Grund, warum Hochschulbildung so wichtig ist. Wenn ein talentierter junger Mensch aus einem benachteiligten Umfeld Zugang zu einer Universität und zu relevanten Kompetenzen erhält, endet die Wirkung nicht bei einer einzelnen Person. Sie erreicht Familien, Nachbarschaften, Schulen, landwirtschaftliche Betriebe, Kliniken und lokale Wirtschaftskreisläufe. 

Studierende wie Irine, Joseph und Somona erinnern uns daran, dass Bildung nicht nur persönliche Entwicklung bedeutet. Sie bedeutet auch, engagierte junge Menschen dazu zu befähigen, zu Problemlösern zu werden, die stärkere und nachhaltigere Lebensgrundlagen schaffen. Und diese Art von nachhaltiger Veränderung zu unterstützen, ist der Auftrag von FFE. 

Unterstützen Sie noch heute den Bildungsweg eines Studierenden und helfen Sie mit, Bildung in nachhaltige Veränderung zu verwandeln.

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